Naturreise · Leicht bis mittel
Pu-Luong-Naturreservat

2 bis 3 Tage, Trekkingetappen von 3 bis 8 Kilometern
Leicht bis mittel
Mai bis Juni für das frische Grün, September bis Oktober für die Ernte
Alle mit Freude am Gehen; Gipfeltouren nur für Geübte
Die Tour
Wer von Hanoi nach Südwesten fährt, verlässt nach etwa zwei Stunden das Flachland und steigt über die alte Ho-Chi-Minh-Straße in die Kalksteinberge. Nach rund vier bis viereinhalb Stunden erreicht man das Pu-Luong-Naturreservat, 17.662 Hektar zwischen zwei parallelen Bergrücken, 150 bis 160 Kilometer von der Hauptstadt entfernt. Seit 1999 ist das Gebiet geschützt, und es ist eines der wenigen Reservate Vietnams, in denen der Tourismus weitgehend in den Händen der Dorfgemeinschaften liegt.
Im Tal bauen die Thái seit Generationen Nassreis an. Die Terrassen laufen wie flache Treppen die Hänge hinauf, am Cham-Bach heben große Bambuswasserräder das Wasser auf die Felder. Im späten Mai und Anfang Juni steht die junge Saat frischgrün, im September färbt sich das Tal goldgelb, beides sind die besten Zeiten für ein Foto, das keiner Bearbeitung bedarf. Die Dörfer heißen Don, Son, Ba, Kho Muong oder Hieu, ihre Pfahlhäuser öffnen sich als Homestays, und in Lan weben die Frauen die traditionelle Baumwolle der Thái.
Die Wege sind schmal und nur begrenzt markiert, die nationale Tourismusbehörde VNAT empfiehlt ausdrücklich einen lokalen Führer. Beliebte Touren: der Hiêu-Wasserfall mit seinen fünf Kaskaden und blaugrünem Wasser, eine Tagestour von acht Kilometern, die Fledermaushöhle bei Kho Muong als Halbtagestour, und die leichte Wanderung mit Bambusfloß über den Bach, fünf Kilometer mit einer Floßfahrt von 25 Minuten. Wer mehr will, steigt zum Gipfel des Pu Luông selbst auf, 1.700 Meter, eine anspruchsvollere Mehrtagestour. An den Märkten von Phố Đoàn, mehrmals wöchentlich am Morgen, verkaufen Händler aus zwei Provinzen ihre Waren.
Übernachtet wird in Eco-Lodges, die sich in die Terrassen schmiegen, oder in den Homestays der Dörfer. Das Pu Luong Eco Garden verlangt für seine 24 Zimmer 90 bis 150 US-Dollar die Nacht, das Retreat liegt auf 500 Metern mit Blick über die Täler und einem Durchschnitt von 22 bis 25 Grad. Die Regenzeit von Juni bis September bringt Überschwemmungen und Erdrutsche mit sich, dann gehören Bachüberquerungen in die Hand des örtlichen Führers. Die Tierwelt des Reservats ist reich: 598 Wirbeltierarten, darunter Nebelparder, Kragenbär und der seltene Delacour-Langur, und mehr als 250 Vogelarten nach der jüngsten Zählung von 2020.
Warnung des Kartographen
In der Monsunzeit von Juni bis September führen starke Regenfälle zu Überschwemmungen und Erdrutschen, Wanderungen in höheren Lagen und Bachüberquerungen dann nur mit örtlicher Führung. Taifune sind von Juni bis November möglich, die Warnungen der Behörden beachten. Malaria und Dengue kommen in ländlichen Lagen vor, konsequenter Mückenschutz mit DEET, lange Kleidung in der Dämmerung. Beim Dschungeltrekking auf Zecken, Egel und Schlangen achten, Stiefel und lange Hosen tragen, nie ins Unterholz greifen. Kein Leitungswasser trinken, Eis in ländlichen Gebieten meiden. Die Wege zu Apotheken und Krankenhäusern sind weit, eine Reisekrankenversicherung mit Rücktransport ist Pflicht. Der Google-Maps-Route über den Lung-Van-Pass mit 18 Prozent Steigung ausweichen, die Lodges weisen darauf hin.
Bildtafeln

Was mitnehmen
- Wanderschuhe mit Profil und lange Hosen für den Dschungel
- Mückenschutz mit DEET, am besten für mehrere Tage
- Regenjacke, die Monsunzeit kommt schnell
- Wasserflaschen und Elektrolyte
- Bargeld in Dong für Märkte und Homestays
- Reisekrankenversicherung mit Rücktransport
- Kamera, die Terrassen im September sind das Ziel
Geprüft am 2026-08-02
Quellen
- VNAT (Vietnam National Authority of Tourism): Pu Luong, Thanh Hoa
- Wikipedia (vi): Khu bảo tồn thiên nhiên Pù Luông
- Auswärtiges Amt: Reise- und Sicherheitshinweise Vietnam
- JABET-Studie 2020: Vogelerfassung Pu Luong 2015–2018
- Pu Luong Eco Garden und Pu Luong Retreat: Lodge-Angaben
- Wikipedia (de): Thái (Volk)