Spaziergang · Leicht
Dünen von Maspalomas

1 bis 3 Stunden
Leicht
Ganzjährig, am angenehmsten Oktober bis Mai
Alle Altersgruppen; Barrierefreiheit der Sandwege nicht zugesichert
Die Tour
Am Südende Gran Canarias liegt ein goldener Ozean aus Sand. Die Dünen von Maspalomas, 404 Hektar Wanderdünen aus zermahlenen Schalen mariner Organismen, sind das einzige Dünensystem dieser Art auf der Insel. Der Passat formt sie seit Jahrtausenden zu wandernden Bergen, die im Lauf der Jahre ihre Lage verändern. Seit 1994 ist das Gebiet eine Reserva Natural Especial, davor stand es ab 1982 unter vorläufigem Schutz, und die Regeln sind streng.
Erlaubt ist nur, was auf den balisierten Wegen geschieht, einem Netz von acht Kilometern markierter Pfade, die ausdrücklich aus Sicherheits- und Schutzgründen angelegt wurden. Links und rechts trägt der Wind feine Rippelmuster in den Sand, hinter dem seegrasähnlichen Balancón türmen sich junge Dünen auf. Wer die Wege verlässt, zahlt. Eine offizielle Tariftabelle gibt es nicht, aber die Presse berichtet von 150 Euro je Person für Verstöße, und im Februar 2024 wurde einmal die Höchststrafe von 600 Euro verhängt. Allein 2023 zählte das Cabildo 322 Sanktionen bei über 15.000 Platzverweisen, 2025 kamen 151 Bußgeldverfahren gegen ausländische Besucher dazu, und seit 2026 kontrollieren auch Drohnen das Gebiet.
Am Westrand steht der Leuchtturm, dessen erstes Licht am 1. Februar 1890 brannte und der seit 2005 ein geschütztes Kulturdenkmal ist. Der Turm misst 54,7 Meter, und seine Vorgeschichte liest sich wie eine kleine Komödie der Bürokratie: beschlossen 1861, geplant 1884, gebaut bis 1889. Dazwischen liegt die Charca, ein salziges Feuchtgebiet mit Palmenhain, das Vögeln als Ruhe- und Brutgebiet dient und unter strengstem Schutz steht. Der Zutritt ist verboten, auch zum Baden und Fotografieren, und das gilt ohne Ausnahme.
Der Sand selbst ist ein Thema für sich. Jedes Jahr gehen rund 45.000 Kubikmeter durch Wind und Bebauung verloren, das Projekt Masdunas bringt mit einem Pilotvorhaben 60.000 Kubikmeter Sand von der Punta de La Bajeta zurück. Früher war hier auch die Pata de Camello, ein aus Nordafrika eingeschlepptes Kraut, das sich über weite Teile der Dünen ausgebreitet hat. Wer früh kommt, hat das Gebiet fast für sich, das weiche Morgenlicht und der leere Himmel. Die Mittagssonne macht den Sand heiß und die Konturen hart.
Warnung des Kartographen
Im Hochsommer liegen die Temperaturen im Reservat im Mittel um 30 Grad, die Warnstufen der AEMET vorher prüfen. Die markierten Wege nie verlassen, die Charca ist Sperrzone und wichtigstes Vogelschutzgebiet. Zum Baden gilt die Flaggenregel der Rettungsposten, rote Flagge heißt auch dann nicht ins Wasser, wenn andere baden. An der Playa del Faro ist das Baden ohnehin unattraktiv wegen der Wellen. Kein Camping, keine Pflanzen entnehmen, keine Tiere füttern, keinen Lärm. Verstöße werden mit Bußgeldern geahndet, die nach Presseberichten zwischen 150 und 600 Euro liegen. Notruf 112.
Bildtafeln

Was mitnehmen
- Mindestens 1,5 bis 2 Liter Wasser pro Person
- Hut, Sonnenbrille, Sonnenschutz LSF 50
- Geschlossene Schuhe, der Sand wird mittags heiß
- Leichte Jacke gegen den Passatwind
- Kamera oder Fernglas für die Vögel der Charca
- Müllbeutel, die einzige Spur soll der Blick sein
Geprüft am 2026-08-02
Quellen
- Cabildo de Gran Canaria: Dünen von Maspalomas, öffentliche Nutzung
- Cabildo de Gran Canaria: Klima, Geschichte und Flora des Reservats
- elDiario.es, 04.03.2024 und 28.02.2024: Sanktionen und Bußgeldhöhen
- elDiario.es, 23.06.2026: Sanktionspraxis 2025/2026 und PORN
- Projekt Masdunas (Gesplan/Cabildo): Sandrückführung
- Wikipedia (de/es): Dünen von Maspalomas und Faro de Maspalomas
- Guaguas Global: Linien 30, 50, 5