Besichtigung · Leicht, weitgehend ebenerdig, viel Gehen auf historischem Kopfsteinpflaster auf 2.335 m

Kloster Santa Catalina

Kloster Santa Catalina
Dauer

2 bis 3 Stunden für den gesamten Komplex

Schwierigkeit

Leicht, weitgehend ebenerdig, viel Gehen auf historischem Kopfsteinpflaster auf 2.335 m

Saison

Ganzjährig geöffnet, beste Reisezeit Mai bis November (andine Trockenzeit)

Für wen

Erwachsene Reisende und Kulturinteressierte; ideal für den ersten ruhigen Erkundungstag

Die Tour

Das Monasterio de Santa Catalina liegt in der Calle Santa Catalina, nur zwei Häuserblöcke nördlich der Plaza de Armas von Arequipa. Von außen wirkt die Anlage wie eine uneinnehmbare Festung: fensterlose, meterdicke Mauern aus weißem Sillar-Vulkangestein, die einen gesamten Häuserblock von rund zwanzigtausend Quadratmetern umschließen. Doña María de Guzmán gründete das Dominikanerinnenkloster im Jahr 1579. Fast vier Jahrhunderte lang lebten die Nonnen hier in strenger Klausur, hermetisch von der Außenwelt abgeriegelt, bis die Anlage 1970 auf Weisung der Kirche für Besucher geöffnet wurde.

Wer durch das schwere Portal tritt, betritt keine gewöhnliche Klosteranlage, sondern eine autarke andalusisch-andine Kleinstadt mit eigenen Straßennamen, Patios, Plätzen und Brunnen. Die Gassen wie die Calle Sevilla oder die Calle Toledo leuchten in kräftigem Siena-Rot und tiefem Indigoblau, deren Pigmente bis heute nach alten Rezepturen aufgetragen werden. Weiße Sillar-Bögen, Terrakotta-Blumentöpfe mit roten Geranien und uralte Orangenbäume im Claustro de los Naranjos säumen den Weg. Zwischen den Häusern öffnet sich immer wieder der Blick auf den schneebedeckten Kegel des 5.822 Meter hohen Vulkans Misti.

Die Architektur erzählt von der Sozialgeschichte des kolonialen Peru. Santa Catalina nahm vor allem Töchter wohlhabender spanischer und kreolischer Familien auf. Jede Nonne bewohnte mit ihrer Dienerschaft ein eigenes kleines Haus mit Küche, Patio und Wohnräumen, die sie nach ihrem Geschmack ausstattete. Erst als Papst Pius IX. 1871 die strenge Einhaltung der Ordensregeln einforderte, gaben die Nonnen ihren Privatbesitz auf und zogen in ein gemeinschaftliches Schlafgemach. Die schweren Erdbeben von 1582, 1868 und 2001 beschädigten die Bausubstanz mehrfach; aus den Reparaturen entstand die heutige, verwinkelte Asymmetrie, die seit dem Jahr 2000 als Teil der Altstadt von Arequipa zum UNESCO-Welterbe gehört.

Heute leben noch rund zwanzig Nonnen in einem separaten, für die Öffentlichkeit nicht zugänglichen Flügel des Klosters. Der Eintritt kostet für ausländische Erwachsene 50 Soles (Stand 2026), ermäßigt 30 Soles für peruanische Seniorinnen und Senioren. Geöffnet ist täglich von 9 bis 18 Uhr (letzter Einlass 17 Uhr), dienstags und mittwochs verlängert bis 19 Uhr. Ich empfehle den Besuch gleich am frühen Vormittag, wenn die Patios noch still im Morgenlicht liegen und die andine Mittagssonne die engen Gassen noch nicht aufgeheizt hat.

Warnung des Kartographen

Arequipa liegt auf 2.335 Metern Höhe; das Gehen im Kloster ist ideal für den ersten Akklimatisierungstag, verlangt aber dennoch ein gemächliches Tempo und ausreichendes Trinken. Außerhalb der Klostermauern warnt das Auswärtige Amt vor nicht registrierten Straßentaxis. Taxis sollten ausschließlich über das Hotel oder per Funkzentrale gerufen werden. Wertsachen und Pässe gehören in den Hotelsafe, im Gedränge des Zentrums genügt eine Ausweiskopie.

Was mitnehmen

  • Bequeme, gedämpfte Wanderschuhe für das historische Kopfsteinpflaster (Adoquines)
  • Breitkrempiger Sonnenhut und Sonnencreme mit LSF 50+ für die unbedeckten Höfe
  • Wasserflasche, die trockene andine Luft entzieht unbemerkt Feuchtigkeit
  • Leichte Strickjacke oder Tuch für die schattigen, kühlen Innenräume und Zellen
  • Bargeld in kleinen Scheinen (Soles) für optionale Guides vor Ort oder das Klostercafé

Geprüft am 2026-08-06

Quellen

  • Monasterio de Santa Catalina: Offizielle Tarife und Besucherordnung
  • UNESCO World Heritage Centre: Historisches Zentrum der Stadt Arequipa (Inschrift 2000)
  • MINCETUR / PROMPTERÚ: Kulturdenkmäler und Tourismusstatistik Arequipa
  • Auswärtiges Amt: Reise- und Sicherheitshinweise Peru (Transport und urbaner Raum)

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