Stadtspaziergang · Leicht
Spaziergang durch das French Quarter von Hanoi

4 bis 6 Stunden, rund 6 bis 7 Kilometer
Leicht
Ganzjährig, am besten September bis November und März bis Mai
Alle Altersgruppen, die das Gehen in der Stadt nicht scheuen
Die Tour
Hanoi lässt sich am besten zu Fuß lesen, und keine Straße erzählt so viel wie die zwischen Opernhaus und Kathedrale. Das Opernhaus, von 1901 bis 1911 nach dem Vorbild der Pariser Garnier-Oper erbaut und im Dezember 1911 eröffnet, steht am Anfang des French Quarter. Wer mag, nimmt die Führung durch das Haus für 120.000 Dong, sie dauert 70 Minuten und findet täglich außer freitags statt. Oder man begnügt sich mit der Fassade und dem Blick auf den Platz davor, auf dem abends getanzt wird.
Ein knapper Kilometer weiter erhebt sich die St.-Joseph-Kathedrale in Neugotik, erbaut ab 1884 und geweiht am 24. Dezember 1886, mit zwei Türmen von rund 31 Metern Höhe. Sie steht auf dem Gelände der 1542 eingestürzten Báo-Thiên-Pagode, was eine eigene Geschichte für sich ist. Von hier sind es nur wenige Schritte zum Hoan-Kiem-See, dem See des zurückgegebenen Schwertes, in dessen Mitte der Ngoc-Son-Tempel auf einer Insel liegt. Die rote Thê-Húc-Brücke führt hinüber, das Ticket kostet 50.000 Dong, und die Sage vom goldenen Schwert, das der Held Le Loi den Eindringlingen entriss und der Schildkröte zurückgab, gehört zu jeder Erzählung über diesen Ort.
Wer dem Weg weiter folgt, erreicht nach etwa einem Kilometer das Hoa-Lo-Gefängnis, das die Franzosen 1896 bis 1901 als Maison Centrale erbauten und von dem heute das Torhaus als Museum erhalten ist. Dahinter liegt der Literaturtempel, 1070 gegründet, die erste Universität des Landes ab 1076. Fünf Höfe, mehr als 54.000 Quadratmeter, und die 82 Schildkröten-Stelen mit den Namen von 1.307 Doktoren, die seit 2011 im Register Memory of the World der UNESCO stehen. Eintritt 70.000 Dong, geöffnet täglich von 8 bis 17 Uhr.
Am Ende des Tages gehört Hanoi dem Kaffee. Das Café Giang in der Nähe des Sees serviert seit Ende der 1940er Jahre den Egg Coffee, starken Robusta unter einer Haube aus geschlagenem Eigelb, erfunden aus der Not der Milchknappheit. Wer es frühmorgens mag, steht um sieben Uhr am Hoan-Kiem-See, wenn die Stadt ihre Übungen macht, und wer es ruhig mag, kommt am Wochenende, wenn der See abends bis 21 Uhr geöffnet bleibt und die Altstadt autofrei wird. Die sechsunddreißig Gassen sind seit dem Mittelalter nach Zünften geordnet, und wer sich verläuft, findet sich trotzdem zurecht, denn jede Gasse erzählt, was hier gehandelt wird.
Warnung des Kartographen
Das Auswärtige Amt stuft den Straßenverkehr in Vietnam als starke Gefährdung ein, das Risiko liegt um ein Vielfaches über dem in Deutschland. In Hanoi gilt: langsam und berechenbar über die Straße gehen, nicht stehen bleiben, nicht rennen. Nur offizielle Taxis wie Mai Linh (Hotline 1055) nutzen, manipulierte Taxameter sind bekannt. Die Kriminalitätsrate ist niedrig, aber Diebstähle in Touristengebieten nehmen zu, Wertsachen nicht unbeaufsichtigt lassen. Monsun und Taifune von Juni bis November, Wetterwarnungen beachten. Drogen sind strikt verboten, schon geringe Mengen führen zu langen Haftstrafen. Für das Mausoleum gelten besondere Regeln: nur vormittags, montags und freitags geschlossen, keine Kameras im Inneren.
Bildtafeln

Was mitnehmen
- Bequeme Schuhe, der Spaziergang hat 6 bis 7 Kilometer
- Wasserflasche, gekauft wird besser als mitgebracht
- Bargeld in Dong für Eintritte und Straßenstände
- Bedeckte Kleidung für den Literaturtempel, Schultern und Knie
- Kopfbedeckung, die Sonne steht auch im November hoch
- Handy mit Offline-Karte der Altstadt
Geprüft am 2026-08-02
Quellen
- Auswärtiges Amt: Reise- und Sicherheitshinweise Vietnam
- Wikipedia (EN): Hanoi Opera House, St. Joseph's Cathedral, Temple of Literature, Hoàn Kiếm Lake
- Van Mieu, offizielle Seite des Literaturtempels: vanmieu.gov.vn
- VnExpress International, 24./28.01.2025: Opernhaus und Ngoc-Son-Tempel
- Ban Quản lý Lăng: Besuchszeiten des Ho-Chi-Minh-Mausoleums
- Mai Linh Corporation: offizieller Taxianbieter