Wanderung · Ortsbereich leicht, Wanderwege mittel bis hoch
Barranco de Guayadeque

Halber bis ganzer Tag; Rundweg 11 Kilometer
Ortsbereich leicht, Wanderwege mittel bis hoch
Ganzjährig, für Wanderungen Oktober bis Mai
Alle; Wanderwege nur mit Kondition, im Sommer nur früher Vormittag
Die Tour
Wo der Asphalt endet und sich die Bergwelt öffnet, liegt das Tal, das die Kanarier ihre tiefste Schlucht nennen: elf Kilometer Barranco, gesäumt von Tuffwänden, in die seit Jahrhunderten weiße Türen und Fenster geschlagen sind. Höhlenwohnungen, deren Bewohner noch heute über schmale Treppen zu ihren Casas Cueva steigen. Allein im Kern von Cueva Bermeja zählt die Gemeinde 25 bewohnte Höhlenhäuser, und wer mittags dort einkehrt, sitzt in einem Raum, der seit Generationen bewohnt ist. Aus halb versunkenen Höhlenräumen duftet Cochino Frito, an den Tischen der Höhlenrestaurants schenken die Familien ihren eigenen Wein aus.
Der Guanchen-Name Guayadeque bedeutet Fluss der dunklen Quelle, und tatsächlich rauscht im Talboden das ganze Jahr Wasser durch die Acequias, während oberhalb steile Pfade zur Caldera de Los Marteles hinaufführen. Der alte Camino de Las Bestias, eine historische Handelsroute zwischen Küste und Cumbre, wurde 2021 auf vier Kilometern wiederhergestellt und soll einmal Teil einer 60 Kilometer langen Strecke von Agaete bis Agüimes werden.
Wer genau hinsieht, findet überall Zeichen einer langen Siedlungsgeschichte. Das Tal beherbergt eine der größten prähistorischen Nekropolen des Archipels in Naturhöhlen, seit 1991 ist es als Kulturgut geschützt, seit 2000 als Naturdenkmal. In einer 2020 untersuchten Sepulkralhöhle fanden Archäologen die Überreste von mindestens 72 Menschen, darunter zehn Neugeborene, und die C14-Datierung ergab ein Alter von mindestens tausend Jahren. Dazu kommen mehr als 68 autochthone Pflanzenarten, einige davon nur hier, und 36 Wirbeltierarten.
Das Centro de Interpretación, dienstags bis sonntags von 9 bis 17 Uhr geöffnet, erzählt die Geschichte des Tals, es war nach Starkregenschäden von 2019 bis 2022 geschlossen und wurde saniert wiedereröffnet. Ende August feiert Cueva Bermeja die Fiestas del Beñesmén zu Ehren des Heiligen Bartholomäus, mit der Traída de la Leche, dem Silbo Canario und einer Viehschau. Im Januar blühen die Mandelbäume. Und wer den ganzen Weg will, nimmt den offiziellen Rundweg von etwa elf Kilometern mit rund tausend Höhenmetern, der die Schlucht bis hinauf zur Caldera führt.
Warnung des Kartographen
Im Hochsommer ist die Mittagshitze riskant, am 1. August 2026 maß die AEMET-Station in Agüimes 42,2 Grad, den Jahreshöchstwert der Kanaren. Wanderungen nur im frühen Vormittag oder in den Monaten Oktober bis Mai, Warnstufen der AEMET beachten. Die Wanderwege sind als schwierig eingestuft, der Rundweg hat rund 1.000 Höhenmeter, gute Schuhe und ausreichend Wasser sind Pflicht. In dem Schutzgebiet auf den Wegen bleiben, Abfälle zurücktragen. Notruf 112.
Bildtafeln

Was mitnehmen
- 2 bis 3 Liter Wasser pro Person für den Rundweg
- Feste Wanderschuhe und Trekkingstöcke für den Rundweg
- Sonnenschutz LSF 50, Hut, Sonnenbrille
- Jacke für die Höhenlage an der Caldera de Los Marteles
- Geladenes Handy, Notruf 112
- Geld für das Höhlenrestaurant, die Einkehr gehört dazu
Geprüft am 2026-08-02
Quellen
- Turismo de Gran Canaria: Centro de Interpretación del Barranco de Guayadeque
- Ayuntamiento de Agüimes: Las cumbres del Guayadeque, 14.05.2026
- Ayuntamiento de Agüimes: Wiederherstellung des Camino de Las Bestias, 2020/2021
- Boletín Oficial de Canarias: BIC-Zona Arqueológica, Decreto 126/1991; Monumento Natural, DL 1/2000
- Gesplan (Cabildo): Senderos S37 und SL02AGU, offizielle Kartendaten
- Canarias7, 22.02.2020: Sepulkralhöhle datiert auf mindestens 1.000 Jahre
- Canarias7, 01.08.2026: Hitzerekord 42,2 °C in Agüimes