Verkostung · Leicht
Kaffee aus dem Valle de Agaete

Halber Tag; Führung 1 bis 1,5 Stunden
Leicht
Ganzjährig, Führungen täglich 10 bis 17 Uhr
Alle Altersgruppen, kurze Wege, Sitzplätze bei der Verkostung
Die Tour
Im Valle de Agaete, an der Nordwestküste Gran Canarias, wächst der einzige nennenswerte Kaffee Europas. Rund dreißig kleine Betriebe bauen Arabica der Varietät Typica an, im Schatten von Avocado- und Mangobäumen, auf 150 bis 400 Metern Höhe, wo der Passat ein feuchtwarmes Mikroklima hält. Der Kaffee ist rar und teuer, 80 bis 100 Euro das Kilo, und er schmeckt nach Schokolade.
Die Geschichte beginnt weit von hier. Nach einer königlichen Verordnung von 1788 kam der Kaffee nach Teneriffa, in den Garten der Akklimatisation von La Orotava. Für Agaete gibt es erste schriftliche Belege von 1885, und 1889 holte der Inselkaffee auf der Weltausstellung in Paris eine Bronzemedaille. Um 1940 war der Anbau fast erloschen, nur das Tal von Agaete hielt durch. Die kommerzielle Wiederbelebung begann um die Jahrtausendwende, angestoßen unter anderem vom Kaffee-Experten Albert Solà i Trill, der das Tal 2002 besuchte.
Das Herzstück für Besucher ist die Finca La Laja mit ihrer Bodega Los Berrazales. Die Führung dauert etwa eine Stunde, kostet 14 Euro für Erwachsene, 7 Euro für Kinder von 6 bis 13 Jahren, und endet mit einer Verkostung: drei Weine, Käse, Brot mit Chorizo, Kuchen, hausgemachte Marmeladen und natürlich eine Tasse Café de Agaete, dazu der Blick über das Tal von der Terrasse. Geöffnet ist täglich von 10 bis 17 Uhr, die letzte Führung beginnt um 16 Uhr, und bis zehn Personen braucht man keine Reservierung. Die Ernte läuft vom Frühjahr bis Juli, ausschließlich per Hand, in zwei bis drei Durchgängen, denn gepflückt wird nur, was reif ist. Sieben Kilo Kirschen ergeben ungefähr ein Kilo Röstkaffee.
Zum Tal gehört der Hafen von Puerto de Las Nieves, ein weißes Fischerdorf mit blauen Fensterläden, Strand mit Blauer Flagge und Fischrestaurants am Wasser. Die Klippen darüber tragen den Namen Dedo de Dios, Gottes Finger, eine Felsspitze, die im November 2005 beim Sturmtief Delta ihre oberen zwanzig Meter verlor und seither als Stumpf steht. Seit 1999 verkehrt von hier die Schnellfähre der Fred Olsen Express nach Santa Cruz de Tenerife, die Überfahrt dauert 80 Minuten und kostet ab 12 Euro. Wer im August kommt, erlebt die Fiestas de la Virgen de las Nieves mit der Bajada de la Rama, dem nächtlichen Zweigetanz vom Ortskern zur Kapelle am Hafen.
Warnung des Kartographen
Die GC-200, die Küstenstraße aus dem Süden, gilt als serpentinenreich und gefährlich, die GC-2 aus Las Palmas ist die sichere Zufahrt. An den unbewachten Stränden der Gemeinde, vor allem Guayedra, herrscht starke Brandung, dort nicht baden, rote Flaggen bedeuten Badeverbot. Auf den ungesicherten Klippen zwischen Puerto de Las Nieves und dem Roque Faneque die Wege nicht verlassen. Warnstufen der AEMET beachten, im Tal kann es trotz Sonne feucht und kühl werden. Notruf 112.
Bildtafeln


Was mitnehmen
- Sonnenschutz LSF 50, Hut und Sonnenbrille
- Leichte Jacke, im Schatten des Tals wird es kühl
- Wasserflasche
- Bargeld für die Finca und den Kaffee, ab 80 Euro das Kilo
- Badesachen, wenn der Strand eingeplant ist
Geprüft am 2026-08-02
Quellen
- Finca La Laja / Bodega Los Berrazales: Führungen und Eintritt
- Ayuntamiento de Agaete: turismo.agaete.es, Offizielle Tourismusinformation
- Wikipedia (es): Café de Agaete und Agaete
- Moncloa, 24.05.2026, und Directo al Paladar, 23.05.2026: Erntemengen und Preise
- La Provincia, 28.11.2025: Zwanzig Jahre Sturmtief Delta und Dedo de Dios
- Fred Olsen Express: Fährverbindung Puerto de Las Nieves, ab 1999